Mittwoch, 27. Juni 2012

Und gestern: Jack White

Jaa, es gibt einen Grund warum die Festivalberichterstattung ziemlich kurz ausgefallen ist - obwohl es wirklich ne Menge Erzählstoff gab, aber jeder der schonmal auf einem Festival war, und das sind ja heutzutage sehr viele Leute, weiß wie es da so abgeht: Wie es sich anfühlt, die eigenen Lieblingsbands auf so großen Bühnen mitzuerleben, stetige Trunkenheit, Ekelhafte Toiletten; Wenn alles im strömenden Regen ersäuft, sich ein riesen Acker in ein Schlammcatchfeld verwandelt und was für Totalfreaks da in imposanten Outfits rumrennen, meist mit der Einstellung "Weniger ist Mehr" - Unschön anmutende Männer in neonorangen Netzstrumpfhosen und gleichfarbigen Tütü's mit nix drunter [ieeh!], Halbstarke in Frauenklamotten [wie kreativ...] und Geschmacksverwirrte Kerlchen in lustigen Tierkostümen oder Gruppen-Einheits-Erkennungsoutfits [aha...]

Aber egal. Kaum in Berlin angekommen, wurde mir gestern die ehrenwerte Aufgabe zuteil, die Wardrobe Princess von Jack White und seiner kompletten Gefolgschaft zu sein! Geil!
Mit Nähmaschine und Bügeleisen bewaffnet, hab ich mich fast zu Tode zum Tempodrom in Kreuzberg geschleppt, die nette Veranstaltungsfirmenfamily, sowie Tourmanagement und Band kennengelernt und wurde Backstage in die Lounge verfrachtet, wo ich mein Arbeitsplätzchen aufbaute. Ein wichtiges Walky-Talky-Telephone wurde mir in die Hand gedrückt, Strom und Lampen organisiert, meine Juki [Nähmaschine], sowie Bügelstation und eine Dampfmaschine aufgebaut und Containerweise Garderobe und Klamotten von unzähligen Crewmitgliedern angerollt, um die ich mich dann zu kümmern hatte. Viel zutun, viel Stress aber es war großartig. Alle waren unverschämt lieb und vor allem die Mädels waren ganz begeistert darüber, dass endlich mal jemand die abgefallenen Ärmel und aufgerissenen Reißverschlüsse ihrer wunderschönen Bühnenoutfits repariert hat. Hier und da noch etwas enger gemacht und den Jungs bei der schwierigen Entscheidung, ob sie Hosenträger oder Gürtel anziehen sollen, geholfen. 
Nachdem Jack zuvor ein Interview in der Lounge geben hat, in der ich gewerkelt hab, saß der mit seinen Leuten im Raum gegenüber und alle haben fröhlich laut Musik gemacht. Die Tür war offen. Und als ich vom Klo kam stand er auf einmal vor mir.
Verwirrt wie immer, fiel mir nix besseres ein als einfach nur "Hi" zu sagen. Und Jack White sagte auch "Hi" und guckte mich ein paar Sekunden zu lange an, sodass ich mich genötigt fühlte noch irgendwas zu sagen. Raus kam ein: "Äähm, my Name is Vickie" - und er: "Hi, i am Jack" - und ich: "Nice to meet you" - und er: "Nice to meet you" und schwupp war ich auch schon davongerannt, haha. Weder Verlegen noch Aufgeregt, war ich nur ein bisschen Perplex. Es läuft einem ja auch nicht jeden Tag ein wirklich äußerst freundlicher und liebenswürdiger Jack White entgegen, wenn man grad vom Klo kommt.
Mit den anderen Bandjungs war es um einiges unbefangener zu plaudern und halbnackt gesehen hab ich sie auch alle. Was für ein netter Job. Den letzten Song [natürlich SevenNationArmy] hab ich mir noch von neben der Bühne angesehen [hey, so'n Publikum sieht ja interessant aus, wenn man nicht mittendrin, sondern ihm gegenübersteht - ein unglaublicher Perspektivwechsel!] und im Catering durfte ich Seitanroulade mit leckerem Bratgemüse naschen. 
Nach diesem unglaublich tollen Backstage- Arbeitstag stolperte ich völlig erschöpft aber glücklich aus dem Tempodrom, wo noch eine Horde Groupies neben dem Tourbus gelungert und mich darum gebeten hat, doch endlich mal Jack White ausm Tempodrom rauszuholen. 
Dabei lag der schon im neben den Groupies stehenden Tourbus und hat geschlafen. War bestimmt genauso erschöpft wie ich...

Dienstag, 26. Juni 2012

Wieder Da. Kurzes Hurricane Review.

Natürlich gibt es unglaublich viel zu berichten, doch der Stress im ganz normalen Alltagswahn kennt scheinbar keine Grenzen und lässt nur einen kurzen Eindruck zu. Määh.  



















Hurricane 2012: Meine Stimme ist vor der Green Stage 
verloren gegangen und mein heiseres Fiepsen sorgt 
seitdem für Belustigung aller, mit denen ich rede.

Highlight war neben der Vielzahl unglaublich toller Bands
gleich am Freitag der Auftritt von Royal Republic. 
Im Oktober letzten Jahres durfte ich die schicke 
Schwedenkombo bereits in Potsdam live erleben 
und seitdem bin ich unsterblich verliebt und befinde 
mich in einer Art Postpubertären Phase. Während in 
meiner Jugend alle Mädchen Typen wie Nick Kater 
von der Backstreet Boys verfallen waren, hatte ich 
nie einen Schwarm. Das jetzt muss jetzt nachgeholt 
werden.
Da stand also dieser unglaublich gut angezogene Mann 
auf der Bühne und hat neben Songs wie Tommy Gun, 
President's Daughter, Underwear und natürlich Full Steam 
Space Machine, noch die neue Single präsentiert. 
"I'm Addicted to you", hat er gesungen. Natürlich nur für 
mich. Danke Adam. Ich bin dir auch verfallen.
Spaß beiseite. Royal Republic sind einfach eine zeitgemäß 
coole Rockband, deren Songs und Shows sich wirklich 
hören und sehen lassen können. Und wenn das mit dem
Gästelistenplatz klappt, sehen wir uns am Samstag hier 
in Berlin wieder. Quite Addictive.




Donnerstag, 21. Juni 2012

Berlin Places: Spreeufer Kreuzberg


















So, bevor es nun los zum Hurricane geht, eine kleine 
Bilderserie aus der Kategorie Berlin Places, damit 
es während meiner Abwesenheit etwas zum gucken gibt.

Das brachliegende Spreeufer auf der Kreuzberger Seite
ist noch relativ naturbelassen: Bisher hat hier kein 
superreicher Investor ein schickes Hotel oder einen 
Bürokomplex hinbauen lassen. Kommt aber bestimmt 
irgendwann. Viele bunte Graffitis zieren die zerbröckelnden 
Wände und das Gras auf der Wiese ist noch grün und 
lebendig, anders als das tote, abgefackelte Gestrüpp im 
Görlitzer oder dem Volkspark Friedrichshain. Am Ufer 
treffen sich immer mehr Leute, zum chillen und grillen. 
Liebevoll wird sie auch in meinem Freundeskreis die 
Chillerwiese genannt, wenn wir uns dort treffen und 
das aufkommende Freiheitsgefühl inmitten der Stadt genießen.

Mittwoch, 20. Juni 2012

Die gute alte Vorfreude

ist ja bekanntlich die Schönste Freude!
Die Uni neeervt, der ständige Wetterumschwung 
auch und überhaupt, "Raus Hier!" lautet derzeit
die Devise. Da kann einem ja fast nichts besseres
passieren, als Selbstfindung auf dem Acker. Im
leicht angetrunkenen Zustand. Einfach mal
die Welt vergessen, loslassen und sich Freitanzen, 
während die Götter der Lieblingsbands auf den
Wahnsinnsbühnen ihre Instrumente rocken.
Meine Highlights:
ROYAL REPUBLIC
Rise Against
The Cure, The Cure!!!
Kraftklub
City and Colour
Pennywise
Disco Ensemble
Bonaparte
Bosse
und, neulich schon in der Wuhlheide gesehen:
Die Ärzte
und alles andere auch! 
Die Sachen sind gepackt, die Stunden werden
aufgeregt gezählt. Nicht mehr viele... YEAH!


Sonntag, 10. Juni 2012

Die Fußballfrau - Weiblichkeit in Schwarz-Rot-Gold


Fußball spaltet die Welt der weiblichen Bevölkerung in zwei große Gruppen. Bei den einen fällt häufig folgender Satz: „Ich verstehe nicht, was daran so toll sein soll, wenn 22 Kerle einem Ball hinterher rennen...“. Das sind die klassischen Mädchen. Sie interessieren sich wenig bis gar nicht für Fußball, Regeln und Tore. Eine innerliche, emotionale Aufregung verspüren sie beim Fall oder knappen Verfehlen eines Tores nicht. Stattdessen belächeln sie die Menschen, die gebannt vor dem Fernseher oder einer Public-Viewing-Leinwand hängen und grölend die Hände über dem Kopf zusammenschlagen oder aufgeregt aufspringen, um sich dann mit einem gestöhnten „Oouh“ wieder hinzusetzen.
Eine Lieblingsmannschaft brauchen sie nicht und die Spieler auf dem Feld finden sie weder schön, noch sexy. Und falls die Anti-Fußballfrau gezwungen wäre vor einem Spiel ein Wettergebnis abgeben zu müssen, würde sie tippen: „Einer von beiden gewinnt“.

Dann ist in den letzten Jahren eine Gegengruppe gewachsen: Die begeisterte Fußballfrau. Für sie sind Bundesliga, WM und Co längst keine Männerangelegenheit mehr. Die begeisterte Fußballfrau kennt alle Spieler und Regeln; kann ein Abseits erklären und grölt bei einer verpassten Torchance mindestens so laut und aufgeregt mit, wie die männlichen Wesen in ihrem Umfeld. Sie dekoriert sich und ihre Wohnung entweder in klassischem Schwarz-Rot-Gold oder plakativ in den Farben ihres Liebsten Fußballvereins. Großer Beliebtheit erfreuen sich an dieser Stelle meist die Farben des FC Bayern-München, Rot und Blau. 
Vor allem Schwarz-Rot-Gold Produkte gibt es während der EM oder WM mindestens genauso viele, wie Nagellacknuancen. Und neben dem Deutschland Styling für die Fingernägel, gibt es noch Flaggen-Roll-Ons für die Wangen. Schwarz-Rot-Gold statt Rouge. Und das sind längst nicht die Einzigen Deutschland Produkte. In regelmäßigen zwei-Jahres Abständen werden Konsumentinnen, aber auch Männer, von einer Schwarz-Rot-Goldenen Produktflut überrollt. Süßigkeiten, Knabberzeug, Steakmarinade. Nudeln, Liegestühle, Taschentuchverpackungen - alles wird dem Thema Fußball optisch angepasst. Von Deutschlandfähnchen an Autos ganz zu schweigen. 
Die meisten Drogerie- und Supermärkte geben ihr Bestes, um aus der gutaussehenden Fußballfreundinfrau ein Schwarz-Rot-Goldenes Kunterbuntweibchen zu machen. Und Gold ist in diesen Fällen leider nie Gold, sondern immer nur ein Gelb. 
Trotzdem, die kunterbunte Fußballfreundin stellt das Bier kalt und lädt all ihre männlichen Freunde und andere Fußballfreundinnen in ihre mit Schwarz-Rot-Goldenen Servietten, Deckchen und Pappbechern- dekorierte Wohnung ein, um sich gemeinschaftlich einem 90minütigen Fußballfieber hinzugeben. 


Mittwoch, 6. Juni 2012

Heimwegmelancholie


Möchte nicht aufhören
Durch den Regen
Durch die Stadt
Zu laufen.
Mit deinem Klavier
In meinem Ohr.
Mit jedem Schritt
Nähert sich das Ziel
Das nicht Wirklich ist.

Durch Regen und Sturm
Voranschreitend.
Dicht von dir gefolgt.
Stolz
Schön
Und Stark.
Wohlwissend
Dass du hinter mir bist.
Irgendwo.

Unzählige Treppenstufen hinauf.
Aufs Dach.
Oben in Wind und Regen
bin ich der höchste Punkt.
Blicke suchend und sehnend
über die ganze Stadt.
Doch im Regen
Verschwimmt alles

Ich kann dich nicht finden
Ich kann dich nicht sehen