Die Tatsache, dass mein Freund mit einem Paar kaputter Schuhe und einer kaputten Hose („Wenn das die Mutti wüsste...“) durch
die Welt lief, trieb uns vor ein paar Tagen mit gewisser Dringlichkeit in einen Konsumtempel am
Potsdamer Platz.
„Haha, Pseudo- Blogger- Mädchen –
Style“, entfuhr es mir auf Anhieb als ich die weiße Spitzenbluse mit Blumenmuster
in einem Vero Moda/ Jack and Jones Laden sah. So gar nicht mein Fall. Der Laden
nicht, und weiße Spitzenblusen erst recht nicht.
Lacey Baby Collar ¾ Top, heißt das
gute Stück und aus der anfänglichen Abscheu entwickelte sich jedoch schnell
eine Art Faszination für dieses Polyamid - Viskose Teil, dessen Schnitt etwas
körperfern ist und der ohne großartige Details auskommt. Die Bluse hat weder
Knopfleiste, noch aufgesetzte Taschen, keine Abnäher und auch keine Passe.
Ziemlich minimalistisch also. Es braucht aber auch nicht viel mehr, denn das
Vorderteil und die Ärmel bestehen aus Blumenmuster in weißer Spitze, das Rückenteil
aus feiner weißer Maschenware.
Höchstwahrscheinlich lag es am
Bubikragen, dass Laycey Baby Collar zumindest erstmal mit in die Umkleide
durfte. Die um 1920 erstmals in der
Damenmode aufgekommenen Bubikragen empfinde ich als die schönste aller
Kragenformen. Er steht in meinen Augen für
femininen Lady-Chic – lässig, cool und trotzdem elegant. Die Ärmel sind
drei-viertel-lang und sehen umgekrempelt schöner aus, da die Arme gezeigt
werden können, statt im Spitzenblümchenmuster zu verschwinden. Man soll ja
bekanntlich zeigen was man hat. Ich habe nun ein weißes Spitzenoberteil, das
ein wenig an Omis gute Festtagsbluse erinnert und der absolut herausstechende
Exot auf meiner Kleiderstange, zwischen den hauptsächlich schwarzen
Kleidungsstücken ist.












